Split Strike Conversion | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1.1. Split Strike Conversion - StrategieBei bei der Split Strike Conversion Strategie werden einzelne Aktien oder Aktienkörbe gekauft (verkauft) und gleichzeitig die entsprechenden Kaufoptionen mit einem Ausübungspreis oberhalb des Kurses der zu Grunde liegenden Aktie (OTM-Call-Optionen) verkauft (gekauft) und die entsprechenden Verkaufsoptionen mit einem identischen oder geringeren Ausübungspreis mit dem aktuellen Kurs der Aktie (OTM-Put-Optionen) gekauft (verkauft). Dadurch ergibt sich insgesamt eine Long- u. Short-Position und somit ist das Portfolio des Fonds nach oben wie nach unten abgesichert. Steigt die Aktie stark, so ist die Wertsteigerung der Aktie höher als der Verlust durch die Optionskontrakte. Sinkt die Aktie stark, sollte mit der Put-Option und dem Leerverkauf der Call-Option mehr gewonnen werden als die Aktie an Wert verliert. Negativ wirkt sich allerdings eine sinkende Volatilität auf die Gesamtposition aus.Renommierte Hedgefonds dieser Kategorie sind Fairfield Sentry Ltd. und Kingate Global Fund (beide Madoff "Feeder"), wobei Fairfield Sentry Ltd. ca. 6 Mrd. USD verwaltet und zu den grössten Single-Strategy-Hedgefonds weltweit zählt. 1.2. Split Strike Conversion - Fonds in ÖsterreichBekanntester Vertreter dieser Hedgefonds-Strategie ist der vom Bank Austria Worldwide Fund Management seit Mitte der 90er Jahre äusserst erfolgreich vertriebene "Primeo Select Fund". Der Verkauf war so erfolgreich, dass der Fonds 2003 für neue Investoren geschlossen wurde. Manager dieses fast legendären Hedgefonds ist das New Yorker Brokerhaus von Bernard Madoff (Bernard L. Madoff Investment Securities LLC), das schon seit den 80er Jahren neben seiner Tätigkeit im Wertpapierhandel auch als Hedgefonds-Manager agiert. Seine Strategie besteht – so weit bekannt ist – darin, Call-Optionen auf ein Aktienportfolio, bestehend aus Titeln des S&P 100 bzw. des S&P 500 Index, zu verkaufen und mit diesen Einnahmen Put-Optionen zu kaufen, die dafür sorgen, dass der Fonds bei Rückschlägen des Index keine bzw. deutlich geringere Verluste erleidet. Diese „Split-Strike Conversion Strategy“ genannte Methode ist nichts Ungewöhnliches, ungewöhnlich ist in diesem Fall nur, dass Madoff damit seit den 80er Jahren durchwegs hohe Erträge ohne nennenswerte Rückschläge erzielen konnte. Madoffs Handelsansatz ist daher schon seit Jahren Gegenstand diverser Spekulationen. Bis heute ist aber nichts dabei herausgekommen – und die Fonds, in denen sein Know-how steckt, laufen weiterhin gut.1.3. Split Strike Conversion - PositionsübersichtLaut dem Prospekt investiert der Fonds in einen Korb von 35 - 40 Aktien des S&P 100 - Index, welche die grösste Gewichtung innerhalb des nach Marktkapitalisierung berechneten Index haben. Somit erreicht man eine sehr gute Korrelation zum S&P 100 - Index. Die Gewichtung der einzelnen Aktien richtet sich nach Volatiliät und Korrelation zum Index, sodass dieser optimal repliziert wird. Anschliessend wird das Aktienportfolio gegen Markteinbrüche abgesichert, also "gehedged". Dabei werden out-of-the-money Call-Optionen verkauft, wobei der Kontraktwert der Optionen dem Dollar-Wert des gekauften Aktienkorbes entspricht. Gleichzeitig wird vom Manager die selbe Anzahl at-the-money oder leicht out-of-the-money liegende Put-Optionen gekauft. Das damit gebildete Portfolio profitiert von Anstiegen des Aktienkorbes bis zum Ausübungspreis der Call-Optionen und gleichzeitig ist es nach unten hin ab dem Strike-Preis der Put-Optionen abgesichert. Die Kombination von long Put-Optionen und short Call-Optionen bildet eine synthetische Short-Position und dient als "hedge" zum gekauften Aktienkorb. Die Strategie hat ausserdem ein im vorhinein bekanntes Risiko-/Verlust-Profil.Eine typische Portfoliozusammensetzung sieht laut Jahresbericht der Fondsgesellschaft folgendermassen aus:
1.4. Split Strike Conversion - FazitDiese "Collar-Strategie" profitiert von relativen Abweichungen des Aktienkorbes zu den in den Optionspreisen implizierten Indexpreisen und ist daher sehr stark vom Timing des Fondsmanagers abhängig. Insgesamt lassen sich damit allerdings sehr beeindruckende risikoadjustierte Ertragszahlen erwirtschaften, wie dies die Trackrecords der Madoff Fonds seit Jahren beweisen. |
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